Im Mai 2026 brach Reisespezialistin Iida zu einer 12-tägigen Rundreise durch Vietnam auf und entdeckte viele der Höhepunkte des Landes von Nord nach Süd. Im Folgenden teilt sie fünf besondere Momente, in denen sie sich den Menschen und der Kultur des Landes besonders nahe fühlte – Augenblicke, die sie tief berührten und ihr neue Einsichten schenkten.
1. Morgendlicher Lauf zum lokalen Markt in Hoi An

Eines Morgens, bevor das Tagesprogramm begann, verspürte ich den Wunsch, die Umgebung meines Hotels in Hoi An zu erkunden – und der beste Weg dafür war, einfach die Laufschuhe zu schnüren.
Ich hatte keine feste Route geplant, sondern entschied spontan, in Richtung Altstadt zu laufen, wo sich unter anderem die Japanische Brücke befindet – eines der bekanntesten Wahrzeichen von Hoi An.
Ganz zufällig kam ich während der morgendlichen Stoßzeit am nahegelegenen Markt an, wo Hunderte von Einheimischen täglich Obst, Gemüse, Eier, Fleisch und Fisch einkaufen. Der Duft von frischem Koriander – einer der wichtigsten Zutaten der vietnamesischen Küche – war einfach wunderbar! Ich legte eine kurze Pause ein, genoss die Atmosphäre und beobachtete das bunte Treiben auf dem Markt, der bereits um halb sieben morgens voller Leben war.
2. Früher Morgen in Ho-Chi-Minh-Stadt

Nur rund 200 Meter vom Hotel in Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt liegt der Tao-Dan-Park – ein beliebter Ort der Einheimischen für morgendliche Gymnastik und Tanzkurse, darunter auch Tai-Chi. Viele Menschen stehen bereits um 5 Uhr morgens auf, um die lebhafte Atmosphäre im Freien zu genießen, bevor die Tageshitze einsetzt.
Im Park wurde ich von fröhlicher Musik, einer großartigen Stimmung und Menschen empfangen, die einander Raum ließen, ihre morgendlichen Routinen zu pflegen. Es war faszinierend, das starke Gemeinschaftsgefühl der Einheimischen zu erleben. Ich war fast versucht, selbst an dem Tanzkurs teilzunehmen!
3. Die Geschichten des Guides aus den Kriegsjahren in Ho-Chi-Minh-Stadt

Viele der bekannten Sehenswürdigkeiten in Ho-Chi-Minh-Stadt stehen in Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg.
Während unserer Stadtrundfahrt hatte ich das Vergnügen, von einem älteren Guide begleitet zu werden, der seine persönlichen Erlebnisse mit uns teilte. Er zeigte uns zum Beispiel, wo seine Großeltern lebten, als der Vietnamkrieg endete, und erzählte, wie er als Zwölfjähriger auf die Straße gegangen war, um zu sehen, wie die Kommunisten aussahen. Er war neugierig gewesen, ob sie tatsächlich Hörner auf dem Kopf hatten – so, wie es die Propagandafilme damals gezeigt hatten.
Der Vater des Guides hatte ebenfalls im Krieg gedient – als Geheimagent – und war später gezwungen gewesen, in den Dschungel Kambodschas zu fliehen. Sieben Jahre lang war er verschwunden, doch glücklicherweise schaffte er es, zurück nach Hause zu kommen.
Es war zutiefst bewegend, die Geschichte sowohl aus den Erzählungen als auch durch die Augen des Guides zu erleben – plötzlich fühlte sich die Vergangenheit uns ganz nah.
4. Das Mekong-Delta und traditionelles Handwerk

Das Mekong-Delta ist nicht nur berühmt für seine beeindruckende Naturkulisse und den gleichnamigen Fluss, sondern ebenso für sein traditionelles lokales Kunsthandwerk.
Auf einem Tagesausflug ins Delta machten wir mehrere spannende Stopps – einer davon war eine lokale Fabrik, in der Tonkrüge hergestellt wurden. Es war faszinierend, den Herstellungsprozess kennenzulernen und zu sehen, wie körperlich anstrengend dieses Handwerk tatsächlich ist. Riesige Ziegelöfen wurden genutzt, um die Krüge zu brennen, und im Inneren der Fabrik herrschten gefühlt 50 Grad – was die Arbeit zweifellos noch herausfordernder machte.
5. Hué und Abendessen in einem Restaurant

Ich bin immer sehr offen dafür, lokale Gerichte zu probieren – selbst dann, wenn ich nicht ganz sicher bin, was genau darin enthalten ist.
Der Abend in Hué bot ein weiteres spannendes kulinarisches Erlebnis in Vietnam. Ich hatte ein lokales Restaurant mit hervorragenden Bewertungen gewählt, das köstliche Sharing Plates servierte – mit einer Vielzahl an Leckereien wie Tofu, gebratenen Frühlingsrollen, Gemüse und Huhn.
Meine Kollegin und ich begannen zu essen und tauchten die Füllungen in Soja- und Fischsauce, als der Kellner schnell zu uns kam, um uns zu zeigen, wie man es richtig macht.
Es stellte sich heraus, dass die Füllungen dafür gedacht waren, unsere eigenen frischen Frühlingsrollen zu rollen. Die Füllungen schmeckten auch für sich genommen hervorragend, aber natürlich wollten wir es auf die lokale Art versuchen! Und es war einfach unglaublich lecker.

Das war meine erste Reise nach Vietnam, und diese fünf Erlebnisse waren nur einige der vielen Höhepunkte, die ich auf der Rundreise entdecken durfte. Das Land hat meine Erwartungen weit übertroffen, und die Einheimischen waren überall, wo wir hinkamen, außergewöhnlich freundlich. Vielleicht kehre ich eines Tages mit meiner Familie zurück!
/Iida
TourCompass – Vom Touristen zum Reisenden
