Reisebericht aus Kanada: die entspannte Art Berge, Meer und Wildnis zu erleben

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Begleiten Sie unsere Reisespezialistin Bianca auf ihrer Reise durch Kanada, auf der sie die einzigartige Natur und faszinierende Tierwelt des Landes hautnah erleben durfte.

Bianca in Kanada

Im Juni dieses Jahres war ich mit einer Kollegin und einem Kollegen auf unserer Tour „Das Beste der Rocky Mountains“ unterwegs, die von Calgary bis Vancouver führt. Zusätzlich haben wir noch ein paar Tage auf Vancouver Island verbracht.

Wie zu erwarten: Es war einfach unglaublich! Die gigantische Natur verzaubert einen, sobald man in den Mietwagen steigt und aus der kleinen Großstadt Calgary herausfährt. Plötzlich ragen die majestätischen Rocky Mountains links und rechts am Trans Canda Highway (Highway No. 1) hervor. Wir fahren entlang unendlicher Wälder, die tiefblauen Seen werden mit einem Türkisschimmer zum Strahlen gebracht, sobald die Sonne die Oberfläche trifft. In der Ferne überragen die Schneekuppen der Gletscher die Szenerie und strahlen eine unglaubliche Ruhe aus.

Keine Hektik, kein Stress, einfach fahren. Das ist der Westen Kanadas.

Haus in wunderschöner Lage am See im Westen Kanadas

Dazu hat Kanada auch eine faszinierende Tierwelt zu bieten.

In Westkanada (vor allem in den Provinzen British Columbia und Alberta) findet sich eine der faszinierendsten und artenreichsten Tierwelten Nordamerikas. Die Region reicht von den dichten Regenwäldern der Pazifikküste bis hinauf in die Gipfel der Rocky Mountains.

Und ein paar dieser Einwohner möchte ich gerne kurz vorstellen:

Bären, die wir auf der Autofahrt in den Rocky Mountains in Kanada gesehen haben

Black Bear / Schwarzbär

Sie sind wesentlich häufiger als Grizzlys und in fast allen Nationalparks Westkanadas verbreitet. 

Schwarzbären fressen eigentlich den ganzen Tag über Beeren und Gräser, und man kann sie in der Gegend der Rocky Mountains häufiger sichten. Da viele Bären auch Futter in den Abfällen der Menschen finden konnten und so immer träger wurden sich die Nahrung selbst zu suchen, hat man hier in allen Nationalparks und Städten Mülleimer mit einer speziellen Verriegelung gesichert. Nur eine menschliche Hand kann die Mülltonne zur Nutzung entriegeln.

bärensichere Mülleimer in den Rocky Mountains in Kanada

Moose / Elch

Die riesigen Huftiere mit ihrem markanten Schaufelgeweih halten sich gerne an sumpfigen Seeufern und Flussläufen auf. Wir hatten Glück mit zwei atemberaubenden Sichtungen am Straßenrand aus sicherer Entfernung. Denn Achtung: Ein aufgebrachter Elch kann mit seinem Schaufelgeweih einen großen, schweren Mietwagen einfach umschmeißen!

Der überraschende und angeblich größte Feind der Elche lauert im Wasser: Schwertwale (Orcas).  Unser Guide bei der Abendsafari hat uns eine der skurrilsten Fakten der Tierwelt erzählt: Elche sind hervorragende Schwimmer und tauchen im Sommer nach Wasserpflanzen oder schwimmen zwischen Inseln vor der Küste Kanadas. In den tiefen Fjorden von British Columbia wurden Orcas nachweislich dabei beobachtet, wie sie schwimmende Elche attackierten und erbeutet haben.

Nicht zu verwechseln mit dem:

Elk / Waipiti

Diese großen Hirscharten sieht man besonders im Jasper- und Banff-Nationalpark – und das häufig mitten in den Ortschaften.

Die Berg- und Waldbewohner der Rocky Mountains sind u.a.:

Bighorn Sheep (Dickhornschafe): Sie fallen durch ihre großen, eingedrehten Hörner auf und stehen oft in Gruppen an felsigen Hängen oder Straßenrändern.

Mountain Goats (Schneeziegen): Erkennbar an ihrem rein weißen Fell; sie klettern geschickt an steilen Felsen in schwindelerregender Höhe.

Pikas (Murmeltiere oder Pfeifhasen): Kleine, flinke Bergbewohner, die man vor allem beim Wandern oberhalb der Baumgrenze pfeifen hört.

Chipmunks (Streifenhörchen) & Squirrles (Eichhörnchen): Streifenhörnchen sind deutlich kleiner und haben charakteristische Streifen auf dem Rücken, wie unsere frechen Kindheitslieblinge Ahörnchen und Behörnchen von Walt Disney.

Wölfe & Kojoten: Grauwölfe leben sehr scheu in den tiefen Wäldern, während Kojoten gelegentlich am Straßenrand gesichtet werden.

Cougars (Pumas): Die großen Raubkatzen sind Einzelgänger und extrem gut getarnt, weshalb Begegnungen äußerst selten sind.

Sea Eagle (Weißkopfseeadler): Der majestätische Greifvogel mit dem weißen Kopf herrscht in der Luft und ist an Flüssen und Küsten Westkanadas sehr häufig anzutreffen.

Der kanadische Biber: Vor vielen Jahren durch den Pelzhandel, nach der Besiedlung Kanadas, wurde er nahezu ausgerottet. Nach einem Umdenken wurden Biber wieder angesiedelt, somit gilt ihr Artenbestand heutzutage als erholt. Der Biber ist das Nationaltier Canadas und spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt der Natur

An der Westküste rund um Vancouver und auf Vancouver Island gehören Whale Watching Touren zu den beliebtesten Ausflügen überhaupt.

Bianca und zwei Kollegen von TourCompass sitzen in einem Boot auf dem Weg zu einer Walbeobachtungstour in Kanada

Bei unseren beiden Ausflügen (ab Tofino und ab Victoria) konnten wir Grauwale sichten. Die gigantischen Meeresbewohner werden bei diesen Touren weder angelockt, noch verfolgt. Die kleinen Boote bleiben in einer für die Tiere annehmbaren Distanz – wir sind Beobachter und dürfen für einen kurzen Moment einen Blick auf diese faszinierenden Wesen werfen. Atemberaubend und unbeschreiblich!

Ein Wal bricht bei einer Walbeobachtungstour in Kanada die Wasseroberfläche

In den Gewässern rund um die Pazifikküste ziehen u.a. diese Meeressäuger in den Monaten von April/Mai bis September/Anfang Oktober ihre Bahnen:

  • Killer Whales (Orcas oder Schwertwale): Die berühmtesten Bewohner der Westküste.
  • Humpback Whales (Buckelwale): Bekannt für ihre spektakulären Sprünge . Sie sind von Mai bis Oktober extrem häufig in den Fjorden und Gewässern vor Vancouver zu sehen.
  • Gray Whales (Grauwale): Ziehen im Frühjahr (März/April) in riesigen Gruppen auf ihrer Wanderung von Mexiko nach Alaska direkt an der Westküste von Vancouver Island vorbei (z. B. bei Tofino).

Neben den Walen leben hier noch weitere Fisch”liebhaber”: 

  • Seeotter & Seelöwen: Die verspielten Seeotter treiben oft im Tang vor der Küste, während mächtige Seelöwen auf den Felsen im Pazifik liegen.

Und meine neuen absoluten Lieblingstiere: Otter

Eine Gruppe von Ottern im Wasser in Kanada

Wir haben erst ein paar einzelne Tiere in einer Bucht gesehen, plötzlich waren es Hunderte, die meist zusammen auf dem rückenliegend im Wasser trieben. Es war ein lautes „Geschnatter“, ein Balgen, ein Spielen und Kuscheln. Ab und an warfen die kleinen Kerlchen uns neugierige Blicke zu, nur um sich dann wieder gegenseitig im Wasser zu necken. Otter halten während sie schlafen oft Händchen, damit das Wasser sie nicht voneinander wegtreibt.

Außerdem lieben sie es, Schalentiere zu essen. Leider sind sie nicht in der Lage, diese selber aufzubrechen. Dafür benutzen sie kleine Steine, die sie in einer Hautfalte unter ihren Armen aufbewahren. Hin und wieder spielen sie auch mit ihrem Lieblingsstein.

Unser Guide hat diesen Fakt mit einem süßen Märchen ergänzt, indem er uns hat glauben lassen, dass die Otter ihren Stein von ihrer Mutter nach der Geburt geschenkt bekommen. Ob das wohl stimmt? 😉

Abschließend möchte ich erwähnen, dass die Kanadier ein unglaublich freundliches Volk sind. Wir haben hier immer sehr hilfsbereite und ehrlich interessierte Menschen getroffen.

In den Worten der Stoney Nakota (First Nations im westlichen Kanada):

„Ish nish“, was einfach „Danke“ bedeutet – Danke für unglaublich schöne Erlebnisse!

Ich komme gerne wieder!

Bianca, 

TourCompass – Vom Touristen zum Reisenden

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