
Möchten Sie Ihre Geschmackssinne mit dampfenden Suppen, frischen Frühlingsrollen sowie Fisch- und Meeresfrüchtegerichten verwöhnen, bei denen frische Kräuter eine entscheidende Rolle spielen?
Eine der größten Sehenswürdigkeiten Vietnams ist die Esskultur. Überall erwarten Sie kulinarische Versuchungen – von geschäftigen Garküchen und duftenden Essensständen bis hin zu stimmungsvollen Restaurants und gemütlichen Cafés.
Machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihnen das Wasser im Mund zusammenläuft, während wir in diesem Blogbeitrag die vietnamesische Küche erkunden und Ihnen 10 vietnamesische Gerichte vorstellen, die Sie sich auf einer Reise nach Vietnam keinesfalls entgehen lassen sollten.
1. Phở (Nudelsuppe) – Vietnams Nationalgericht

Das Nationalgericht Vietnams ist Phở und ein grundlegender Bestandteil der vietnamesischen Kultur.
Phở ist eine Nudelsuppe, bei der flache Reisnudeln in einer kräftigen Brühe serviert werden, typischerweise mit dünnen Scheiben Rindfleisch, Hähnchen oder Tofu sowie Frühlingszwiebeln und frischen Kräutern. Das Nationalgericht gibt es jedoch in vielen Varianten, die sich von Region zu Region deutlich unterscheiden können. Im Norden Vietnams wird Phở beispielsweise einfacher und milder zubereitet, während die Varianten im Süden Vietnams süßer und würziger sind und häufig mit frischen Sojasprossen, Limette und thailändischem Basilikum serviert werden.
Die ikonische Nudelsuppe entstand vermutlich im 20. Jahrhundert in Nordvietnam. Sie wurde unter dem Einfluss der französischen Fleischsuppe Pot-au-feu und chinesischer Nudelsuppen entwickelt. Heute wird das Gericht im ganzen Land serviert und ist ein beliebtes Streetfood-Gericht, dem Sie auf Ihrer Reise durch Vietnam unweigerlich begegnen werden.
2. Bánh mì (vietnamesisches Sandwich)

Kaum ein Gericht verkörpert den Fusionscharakter der vietnamesischen Küche so sehr wie Bánh mì. Das ikonische Sandwich ist das Ergebnis des französischen Einflusses in Vietnam: Das knusprige Baguette wurde mit lokalen Zutaten gefüllt und hat sich im Laufe der Zeit zu einem der beliebtesten Klassiker Vietnams entwickelt.
Ursprünglich wurde Bánh mì mit einfachen Beilagen wie Butter und Paté genossen. Mit der Zeit wurde das Sandwich jedoch an die vietnamesische Küche angepasst und wird heute mit Fleisch, eingelegtem Gemüse, frischen Kräutern und Chili serviert.
3. Gỏi cuốn (Frühlingsrollen/Sommerrollen)

Gỏi cuốn, auch als frische Frühlingsrollen oder Sommerrollen bekannt, sind mit Garnelen, Schweinefleisch, Gemüse, Kräutern und Reis gefüllte Reispapierrollen. Typischerweise werden sie mit Hoisin-, Erdnuss- oder Fischsauce serviert, die dem leichten Gericht zusätzliche Tiefe und Geschmack verleiht.
Wie Phở und Bánh mì zählen Gỏi cuốn zu den berühmtesten Gerichten Vietnams. Deshalb finden Sie die frischen Reispapierrollen überall im Land – insbesondere auf den zahlreichen Straßenmärkten, wo Gỏi cuốn ein echter Streetfood-Klassiker ist.
4. Bún Chả (Suppe mit Schweinefleisch)

Bún Chả stammt aus Hanoi und ist eine aromatische Suppe mit marinierten Schweinefleischbällchen und Scheiben gegrillten Schweinefleischs. Das Fleisch wird über glühender Holzkohle gegrillt und erhält dadurch ein köstliches Raucharoma. Dazu werden Reisnudeln und frische Kräuter gereicht.
Das Gericht ist vor allem in Hanoi verbreitet und gilt als eine der kultigsten Spezialitäten der Stadt. Sie finden Bún Chả jedoch ebenso in anderen Teilen Vietnams, wo es in verschiedenen Varianten serviert wird. Traditionell wird Bún Chả zum Mittagessen gegessen, doch mit etwas Glück finden Sie Restaurants, die das Gericht den ganzen Tag über anbieten.
5. Bánh xèo (herzhafter Pfannkuchen)

Bánh xèo ist ein knuspriger Pfannkuchen, der typischerweise mit Garnelen, Schweinefleisch und Sojasprossen gefüllt und in nước-chấm-Sauce getunkt wird. Die Sauce verleiht dem Gericht einen süß-säuerlichen Geschmack. Übersetzt bedeutet bánh xèo „der zischende Kuchen“ – eine Anspielung auf das charakteristische Zischen, das entsteht, wenn der Teig auf die heiße Pfanne trifft.
Es gibt zahlreiche regionale Variationen von bánh xèo. Im Süden Vietnams sind die Pfannkuchen oft groß und eignen sich gut zum Teilen, während sie in Zentralvietnam typischerweise kleiner sind, da sie in kleinen Tonformen zubereitet werden. Darüber hinaus kann die Füllung von Region zu Region variieren und spiegelt so die lokalen Zutaten und Geschmackstraditionen wider.
6. Ca Tai Tuong Chien (gebratener Elefantenohrfisch)

Ca Tai Tuong Chien ist eine berühmte Spezialität aus dem Süden Vietnams rund um das Mekong-Delta. Dort wird der Elefantenohrfisch „stehend“ in einem Gestell serviert – mit Kopf, Flossen und Haut.
Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt der Elefantenohrfisch angeblich seinem Aussehen, das ein wenig an das Ohr eines Elefanten erinnern soll.
Das Fischfleisch wird gebraten und dadurch wunderbar zart serviert, dazu gibt es verschiedene Beilagen. Sie können beispielsweise Stücke des Fisches in Reispapier einrollen, sie mit frischen Kräutern verfeinern und die „Frühlingsrolle“ in Fischsauce dippen.
7. Cao lầu (Nudelspezialität aus Hoi An)

Cao lầu ist eine der bekanntesten Spezialitäten Hoi Ans. Das Nudelgericht unterscheidet sich deutlich von den Gerichten, die Sie im übrigen Vietnam finden. Die Nudeln werden nämlich in Aschewasser eingeweicht, wodurch sie eine bissfeste Konsistenz und ein leicht rauchiges Aroma erhalten. Typischerweise werden sie mit mariniertem Schweinefleisch, frischen Kräutern und knusprigen Toppings serviert.
Da der Geschmack von Cao lầu weder an die traditionellen vietnamesischen Aromen erinnert noch eindeutig chinesischen oder japanischen kulinarischen Traditionen zugeordnet werden kann, ist der Ursprung des Gerichts bis heute ein Rätsel. Der Name, der sich mit „hohes Stockwerk“ übersetzen lässt, soll jedoch auf wohlhabende Händler zurückgehen, die das Gericht im obersten Stockwerk ihrer Geschäfte aßen. Von dort konnten sie die Aussicht genießen und gleichzeitig ihre Waren im Blick behalten.
8. Mì Quảng (zentralvietnamesische Kurkuma-Nudeln)

Mì Quảng ist ein Nudelgericht, das aus Zentralvietnam stammt. Die Nudeln werden mit Garnelen, Schweinefleisch, Wachteleiern und frischen Kräutern in einer aromatischen Brühe serviert, die typischerweise mit Kurkuma verfeinert wird. Dadurch erhält Mì Quảng seine charakteristische gelbe Farbe.
Auf Vietnamesisch bedeutet „mì“ eigentlich Weizennudeln, doch davon sollten Sie sich nicht täuschen lassen. Obwohl die Nudeln ursprünglich aus Weizenmehl hergestellt wurden, als sie von Händlern eingeführt wurden, werden sie in Vietnam seit jeher aus Reismehl zubereitet, da dieses im Land die gängige Zutat war.
Mì Quảng ist ein absolutes Muss auf einer Reise durch Zentralvietnam. Das Gericht ist besonders in Hoi An beliebt. Daher dauert es nicht lange, bis Sie ein Restaurant finden, das es auf der Speisekarte führt.
9. Cơm Tấm (Bruchreis)

Cơm Tấm ist ein aromatisches südvietnamesisches Gericht aus Bruchreis, der mit verschiedenen Beilagen wie Spiegeleiern, fein geschnittenem Schweineschwarten, gegrillten Schweinekoteletts oder frittierten Fischfrikadellen sowie frischen Kräutern und Gemüse serviert wird.
Die zerbrochenen Reiskörner waren eine günstigere Alternative zu ganzen Reiskörnern, weshalb Cơm Tấm ursprünglich als einfaches Arme-Leute-Gericht galt. Heute ist Cơm Tấm ein fester Bestandteil der südvietnamesischen Küche und besonders in Ho-Chi-Minh-Stadt beliebt, wo das Gericht häufig als Streetfood auf Lebensmittelmärkten und in Garküchen serviert wird.
10. Bún Bò Huế (scharfe Nudelsuppe aus Hué)

Bún Bò Huế ist eine beliebte vietnamesische scharfe Nudelsuppe, die – wie Sie vermutlich bereits erraten haben – aus der Kaiserstadt Hué in Zentralvietnam stammt.
Typischerweise besteht Bún Bò Huế aus Vermicelli-Nudeln, in Scheiben geschnittenem Rindfleisch und einer aromatischen Brühe, die aus Rinder- und Schweineknochen, Zitronengras und Garnelenpaste gekocht wird. Das Gericht weist daher einige Ähnlichkeiten mit seinem berühmten Cousin Phở auf und ist mindestens genauso köstlich.
Traditionell essen Vietnamesen Bún Bò Huế zum Frühstück. Sie können die Suppe jedoch ebenso gut zum Mittag- oder Abendessen an einem der vielen Imbissstände in Hué genießen.
Die Esskultur Vietnams

Nun haben Sie einen Vorgeschmack auf die Köstlichkeiten bekommen, die Sie in Vietnam erwarten. Doch gibt es noch etwas, das Sie wissen sollten, bevor Sie sich in die geschmackvolle Welt der vietnamesischen Küche stürzen?
Im Folgenden beantworten wir einige der häufigsten Fragen zur vietnamesischen Esskultur, damit Sie bestens vorbereitet sind, wenn Sie sich durch die zahlreichen Spezialitäten des Landes probieren.
Was zeichnet die vietnamesische Esskultur aus?
Die vietnamesische Esskultur ist für ihre aromatischen Geschmacksnuancen bekannt, in denen sauer, süß, salzig, scharf und umami zu einer perfekten Kombination verschmelzen. Die Gerichte werden fast immer mit Reis serviert, beispielsweise als gedämpfter Reis, Reisnudeln oder Reispapier, und durch Gemüse sowie Kräuter ergänzt. Diese verleihen den Gerichten Frische, Biss und ein farbenfrohes Aussehen.
Wenn Sie in die vietnamesischen Gerichte hineinbeißen, schmecken Sie gleichzeitig die Geschichte des Landes. Die vietnamesische Küche wurde über Jahrhunderte durch den kulturellen Austausch geprägt. Globale Einflüsse vermischten sich mit lokalen kulinarischen Traditionen und schufen eine Esskultur, die ganz ihren eigenen Charakter hat. So waren es beispielsweise die Chinesen, die einst die Nudeln einführten, während die französische Kolonialzeit in Form von Baguettes und Kaffee bleibende Spuren hinterließ.
In Vietnam ist Streetfood zugleich ein fester Bestandteil der Esskultur des Landes. Streetfood in Vietnam ist günstig, schmackhaft und leicht erhältlich, denn vietnamesisches Streetfood finden Sie überall im Land auf Märkten, in Garküchen und an Essensständen.
Gibt es regionale Unterschiede in Vietnams Esskultur?
Ja, in Vietnams Esskultur gibt es regionale Unterschiede. Daher können die Geschmackserlebnisse je nach Landesteil, den Sie besuchen, erheblich variieren.
In Nordvietnam sind die Gerichte häufig milder und geschmacklich schlichter, während Zentralvietnam für würzige Speisen und kräftige Brühen bekannt ist. In Südvietnam begegnen Ihnen typischerweise süßere Aromen, da den Gerichten häufig Zucker und Kokosmilch hinzugefügt werden.
Wie viel kostet Essen in Vietnam?
Die Preise für Essen in Vietnam variieren in der Regel je nachdem, wo im Land Sie sich befinden und für welche Art von Restaurant Sie sich entscheiden.
Die günstigsten Preise finden Sie typischerweise an Streetfood-Ständen und in lokalen Restaurants, wo eine Mahlzeit etwa 20.000–70.000 VND kostet. In Mittelklasse- und Touristenrestaurants liegen die Preise häufig höher, in der Regel bei etwa 100.000–250.000 VND.
Essen ist in Vietnam daher generell günstig und kostet deutlich weniger als in Deutschland.
Gibt man in Vietnam beim Essen Trinkgeld?
Ja, es ist in Vietnam zunehmend üblich, Trinkgeld zu geben – zumindest, wenn Sie in internationalen Restaurants essen. Dies gilt insbesondere in Großstädten wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, wo Trinkgeld inzwischen immer mehr zur Normalität gehört.
In internationalen Restaurants ist das Trinkgeld häufig bereits im Preis enthalten. Auf der Rechnung wird dies als „service charge“ ausgewiesen. Ist dies nicht der Fall, können Sie je nach Qualität von Service und Essen zusätzlich 5–10 % geben.
In lokalen Restaurants und Garküchen wird kein Trinkgeld erwartet. Wenn Sie dennoch eine besondere Geste machen möchten, können Sie beim Gehen etwas Kleingeld dalassen – das wird garantiert geschätzt.
Ist vietnamesisches Essen scharf?
Nein, vietnamesisches Essen ist grundsätzlich nicht scharf. Sie müssen daher keine Angst haben, dass Ihnen bei Ihrem Besuch in Vietnam die Geschmacksknospen verbrennen.
Wenn Sie kein Fan von scharfem Essen sind oder mit Kindern nach Vietnam reisen, wird die vietnamesische Küche bei Ihnen vermutlich großen Anklang finden.
Allerdings sind nicht alle Regionen gleichermaßen zurückhaltend mit Schärfe. Die Küche Zentralvietnams ist nämlich häufig würziger und schärfer als die Küche Nord- und Südvietnams.
Ist Vietnam für Vegetarier geeignet?
Ja, Vietnam ist ein ideales Reiseziel für Vegetarier. Da Vietnam eine große buddhistische Bevölkerung hat, die sich vegetarisch ernährt, finden Sie sowohl in Restaurants als auch an lokalen Essensständen eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten.
Möchten Sie sich durch Vietnam kosten?

Vietnam ist ein Paradies für Feinschmecker. Ganz gleich, wo im Land Sie sich befinden – ein kulinarisches Erlebnis, bei dem Ihnen das Wasser im Mund zusammenläuft, ist daher nie weit entfernt.
Sind Sie bereit, in Vietnams Geschmackswelt aufzubrechen? Dann kontaktieren Sie unsere Reisespezialisten und lassen Sie sich dabei helfen, die Reise nach Vietnam zu finden, die zu Ihren (Geschmacks-)Träumen passt.
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