5 Traditionen, die die Toten ehren

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Ausstellung mit orange und schwarz gekleideten Skeletten

Der Tod wird oft mit Trauer und Tränen verbunden, und vielerorts wird in aller Stille der Toten gedacht.

Doch das ist nicht überall auf der Welt so.

In diesem Blogbeitrag nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch fünf Traditionen und festliche Veranstaltungen, bei denen die Toten, die Vorfahren und das Leben nach dem Tod eine besondere Rolle spielen.

Halloween, USA

Mit Skeletten für Halloween geschmücktes Haus in New York

Halloween wird am 31. Oktober gefeiert und ist einer der beliebtesten Feiertage in den USA – und einer der weltweit bekanntesten Anlässe, die mit Geistern, übernatürlichen Wesen und den Toten verbunden sind.

Die Tradition wurde im 19. Jahrhundert von irischen Einwanderern in die USA gebracht. Sie betrachteten diese Zeit als eine besondere Übergangsphase, in der die Toten kurzzeitig in die Welt der Lebenden zurückkehren konnten. Aus Angst, dass die Toten nicht freundlich gesinnt waren und zurückgekehrt waren, um Schaden anzurichten, verkleideten sich die Menschen in furchterregenden Kostümen und schnitzten Laternen mit gruseligen Gesichtern, um böse Geister zu vertreiben. In Irland wurden die Laternen traditionell aus Rüben geschnitzt. Nach ihrer Ankunft in den USA wurden später jedoch Kürbisse zum bevorzugten Material. Obwohl sich diese Vorstellungen im Laufe der Zeit verändert haben, prägen sie Halloween bis heute. Häuser werden mit gruseligen Dekorationen und geschnitzten Kürbissen geschmückt, während verkleidete Kinder und Erwachsene von Tür zu Tür gehen. Die Kinder rufen dabei „Süßes oder Saures“ und hoffen, Süßigkeiten zu bekommen.

In vielen Teilen der USA wird Halloween außerdem mit spektakulären Paraden gefeiert. Bunte Umzüge mit riesigen Puppen, ausgelassenen Musikern und kostümierten Menschen ziehen durch die Straßen. Besuchen Sie zum Beispiel New York und San Francisco, die für einige der besten Paraden bekannt sind.

Obon, Japan

Laternen auf dem Wasser während des Obon-Fests in Japan

Obon ist ein buddhistisches Fest in Japan zu Ehren der Verstorbenen. Es findet in der Regel vom 13. bis zum 16. August statt, in einigen Teilen des Landes wird es jedoch zu anderen Jahreszeiten gefeiert.

Zu dieser Zeit kehren die Geister der Vorfahren der Überlieferung nach zurück, um ihre Angehörigen zu besuchen. Um die heimkehrenden Seelen willkommen zu heißen, besuchen Familien die Gräber ihrer Verstorbenen, reinigen sie und schmücken sie mit frischen Blumen. Angehörige bringen außerdem Speiseopfer zu Altären und Tempeln, führen traditionelle Bon-Odori-Tänze auf und entzünden kleine Feuer oder Laternen an den Eingängen ihrer Häuser.

Wenn sich das Obon-Fest dem Ende zuneigt, helfen Familien den Geistern ihrer Vorfahren, sicher ins Jenseits zurückzukehren – entweder, indem sie ein Freudenfeuer entzünden oder schwimmende Laternen auf Flüsse, Seen und das Meer setzen.

Das Fest wird in ganz Japan gefeiert und kann unter anderem in Kioto erlebt werden. Dort können Sie beobachten, wie auf fünf der umliegenden Berge spektakuläre riesige Freudenfeuer entzündet werden, die verschiedene symbolische Formen bilden.

Festival de Barriletes Gigantes, Guatemala

Zwei Männer bauen während eines Festivals in Guatemala riesige Drachen

Das Festival de Barriletes Gigantes, übersetzt „Fest der riesigen Drachen“, ist eine farbenfrohe Veranstaltung, die am 1. November in Guatemala stattfindet. 

An diesem Tag sind die Orte Santiago Sacatepéquez und Sumpango, nur eine kurze Autofahrt von Antigua entfernt, von farbenfrohen Drachen in allen Formen und Größen erfüllt. Sie werden unter anderem auf Friedhöfen und Marktplätzen ausgestellt, während einige auch in den Himmel steigen. 

Es wird angenommen, dass dieses Ritual auf das späte 19. Jahrhundert zurückgeht. Damals glaubte man, dass die Drachen den Verstorbenen dabei halfen, an diesem Tag mit ihren Familien in Kontakt zu treten. Gleichzeitig waren die Menschen überzeugt, dass die Geräusche, die der Wind in den Drachen erzeugte, böse Geister vertreiben würden, die gekommen waren, um die Verstorbenen zu stören.

Die Drachen können mehrere Meter Durchmesser haben, sind mit besonders kunstvollen Details verziert und achteckig geformt. Diese Form soll die vier Himmelsrichtungen und die äußerste Schicht der Sonne symbolisieren, die auch als „Sonnenkrone“ bekannt ist. Zudem befestigen die Familien Nachrichten für die Verstorbenen am Schweif oder an der Schnur des Drachens.

Fest der hungrigen Geister, China

Räucherstäbchen und Geistergeld werden während des Fests der hungrigen Geister in China verbrannt

Das Fest der hungrigen Geister ist ein traditionelles chinesisches Fest zu Ehren der verstorbenen Vorfahren. Es findet am 15. Tag des siebten Monats nach dem Mondkalender statt, der als „Geistermonat“ bekannt ist. Das Datum variiert von Jahr zu Jahr, fällt jedoch in der Regel in den August.

In der chinesischen Folklore und taoistischen Tradition glaubt man, dass sich im siebten Monat des Mondkalenders die Tore zur Unterwelt öffnen und die Seelen der Verstorbenen unter den Lebenden wandeln können. Dazu gehören sowohl die Vorfahren als auch umherwandernde Geister, die mit Speisen und anderen Opfergaben geehrt und besänftigt werden. Um möglicherweise zornige Geister zu beschwichtigen, finden während des Fests der hungrigen Geister zahlreiche Zeremonien statt. So stellen Familien beispielsweise Gedenktafeln ihrer Vorfahren auf einen Tisch und verbrennen Räucherstäbchen für die Verstorbenen. Eine weitere Tradition besteht darin, sogenanntes „Geistergeld“ zu verbrennen – symbolische Geldscheine, die den Verstorbenen dargebracht werden, damit es ihnen im Jenseits an nichts fehlt. Wie der Name des Fests bereits andeutet, spielt an diesem Tag auch das Essen eine wichtige Rolle. Man glaubt, dass die umherwandernden Geister hungrig sein könnten, und stellt daher zahlreiche mit Speisen gefüllte Schüsseln für sie bereit. Manche Familien lassen außerdem einen Platz am Tisch frei, damit ihre Vorfahren bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit ihnen sein können.

Das Fest der hungrigen Geister wird nicht nur in China gefeiert, sondern auch in anderen chinesischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt – zum Beispiel von Menschen chinesischer Herkunft in Singapur und Malaysia.

Día de los Muertos, Mexiko 

Person in Kostüm bei einer Parade zum Tag der Toten in Mexiko

Der Tag der Toten, auch Día de los Muertos genannt, ist ein mexikanischer Feiertag, an dem der Verstorbenen mit lebensbejahenden Feierlichkeiten gedacht wird. Der Feiertag findet am 2. November statt, doch die Feierlichkeiten beginnen bereits am 31. Oktober.

Das Fest, wie wir es heute kennen, ist eine Verbindung der ursprünglichen Traditionen der indigenen Völker mit dem Katholizismus, den die spanischen Kolonialherren ins Land brachten.

Anstatt um verstorbene Familienmitglieder zu trauern, erinnern die Menschen mit festlichen Paraden, farbenfrohen Dekorationen, stimmungsvoller Musik und auffälligen, vom Tod inspirierten Kostümen an sie. Viele Familien errichten außerdem wunderschön geschmückte Altäre für die Verstorbenen, die mit Blumen, Kerzen und Fotografien dekoriert sind, und besuchen den Friedhof. Dort versammeln sie sich am Grab und essen unter anderem Speisen, die der oder die Verstorbene gerne mochte. 

Obwohl der Tag der Toten in ganz Mexiko gefeiert wird, gibt es einige Orte, an denen die Festlichkeiten besonders lebendig sind. Besuchen Sie zum Beispiel Oaxaca oder Mexiko-Stadt, wo spektakuläre Umzüge mit kostümierten Menschen, Musik und Tanz die Straßen mit Energie erfüllen. 

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In den verschiedenen Kulturen gibt es viele unterschiedliche Arten, der Verstorbenen zu gedenken, die Vorfahren zu ehren und sich mit der Welt jenseits der unseren auseinanderzusetzen. Ob geschnitzte Kürbisse und gruselige Kostüme, schwebende Laternen oder ein Umzug in Oaxaca – diese Traditionen zeigen, dass der Tod nicht nur mit Trauer verbunden ist. Er kann ebenso mit Farben, Gemeinschaft und Feierlichkeiten begangen werden.

Diese Traditionen bieten uns einen faszinierenden Einblick in einige der vielen unterschiedlichen Kulturen dieser Welt.

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