Ambositra – Isalo Nationalpark / Ranohira
Ein langer Fahrtag liegt vor Ihnen, daher brechen Sie früh vom Hotel auf. Auf Madagaskar gibt es zahlreiche gut ausgestattete Tankstellen. Falls Sie sich für die Fahrt mit Snacks versorgen möchten, bitten Sie einfach Ihren Fahrer-Guide, an einer Tankstelle mit einem gut sortierten Shop anzuhalten.
Nach etwa fünf Stunden Fahrt erreichen Sie die Stadt Fianarantsoa, die auch als Tor zum Süden bekannt ist. Von Fianarantsoa nach Ambalavao sind es nur etwa anderthalb Stunden, doch die Landschaft verändert sich dramatisch: Aus den gepflegten Reisterrassen wird eine wilde Landschaft mit beeindruckenden Felsformationen. Diese starken Landschaftswechsel auf relativ kurzen Strecken sind einer der Gründe, warum Madagaskar ein so fantastisches Land zum Entdecken ist! Der Blick aus dem Fenster wird einfach nie langweilig.
Kurz vor Ambalavao besuchen Sie das Anja-Reservat, wo Sie hervorragende Chancen haben, Kattas zu beobachten.
Das Anja-Reservat ist ein kleines, aber faszinierendes Projekt. Mehrere Dörfer der Region haben sich zusammengeschlossen, um das Reservat zu schützen. Der Besuch ist nur mit einem lokalen Guide möglich. Die Einnahmen aus den Besuchen kommen den beteiligten Dörfern zugute und tragen unter anderem zum Zugang zu Bildung, zur Bereitstellung von Moskitonetzen und zum Pflanzen von Bäumen bei – ebenso wie zur Erhaltung und Erweiterung des Reservats.
Früher konnte man die Lemuren füttern, doch das ist inzwischen nicht mehr erlaubt. Die älteren Lemuren sind daher an Menschen gewöhnt, sodass Sie relativ nah an sie herankommen können, bevor sie ein Stück weiter hinauf in die Baumkronen klettern. Im Reservat lebt die größte Population von Kattas auf Madagaskar – die Chancen stehen also hervorragend, ihre wunderschönen geringelten Schwänze zu sehen!
Neben den Lemuren erwartet Sie im Reservat eine beeindruckende Felslandschaft, die Sie bei einem kurzen Spaziergang bewundern können. Unterwegs haben Sie vielleicht auch die Gelegenheit, hoch oben in den Klippen eine traditionelle Grabstätte zu sehen.
Von Anja aus fahren Sie weiter in südwestlicher Richtung, und die Landschaft verändert sich erneut. Sie durchqueren die Berge und fahren bergauf zur Stadt Ihosy – die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Nun befinden Sie sich auf einem Hochplateau, dem Horombe-Plateau, und sind im Heimatland des Volkes der Bara angekommen.
Die Bara sind ein halbnomadisches Volk und wie die Massai in Ostafrika Viehzüchter. Ihre Zebus bedeuten ihnen so viel, dass ein junger Mann, der heiraten möchte, zunächst ein Zebu stehlen und es seinen künftigen Schwiegereltern überreichen muss, um ihre Zustimmung zu erhalten.
Von Ihosy aus erreichen Sie Ranohira, das heutige Tagesziel, in etwas mehr als einer Stunde. Die Route führt über die Ebenen, und schnell wird klar, warum die Bara hier ihr Vieh hüten. Weite, menschenleere Graslandschaften mit kniehohem Gras erstrecken sich, so weit das Auge reicht. Die Landschaft erinnert beinahe an eine ostafrikanische Savanne.
Sobald die Savanne einer mondähnlichen Landschaft aus beeindruckenden Sandsteinfelsen weicht, wissen Sie, dass Sie den Isalo-Nationalpark erreicht haben.
Hier verbringen Sie die nächsten drei Nächte. Wenn das Wetter es zulässt, erleben Sie heute Abend einen zauberhaften Sonnenuntergang über dem Isalo.