Antananarivo – Andasibe-Mantadia Nationalpark
Madagaskar blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück, und die Hauptstadt Antananarivo, die im täglichen Sprachgebrauch oft auch einfach nur „Tana“ genannt wird, steht seit vielen Jahrhunderten im Mittelpunkt dieser Geschichte.
Der größte und bedeutendste Stamm Madagaskars ist der Stamm der Merina. Der Stamm gehört zur indigenen Bevölkerungsgruppe, die aus Südostasien stammte. Sie siedelten sich im zentralen Hochland Madagaskars an, wo sie begannen, Reis zu kultivieren. Dieser wird immer noch überall auf diesem Teil der Insel angebaut.
Tana – oder Analamanga, wie es damals genannt wurde – ist im frühen 17. Jahrhundert von König Andrianjaka gegründet worden, einem lokalen König der Merina. Er vertrieb eine rivalisierende ethnische Gruppe und begann langsam, sein Königreich aufzubauen. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Stadt in Antananarivo umbenannt.
Im Jahr 1787 gelang es dem König der Merina, Andrianampoinimerina, mit geschickten Allianzen und raffinierten politischen Schachzügen das gesamte Land zu vereinen und der erste König von einem geeinten Madagaskar zu werden.
Bereits unter König Andrianjaka wurden die Grundsteine für einen Königspalast auf dem höchsten Berg von Antananarivo gelegt, aber erst während der Herrschaft von Königin Ranavalona I wurde das markante Gebäude realisiert. Sie hat auch den nicht unbedingt schmeichelhaften Spitznamen „die verrückte Königin“, und Sie können sich darauf freuen, heute mehr über sie zu hören! Sie werden auch die letzte Königin des Landes kennenlernen, Königin Ranavalona III., die im späten 19. Jahrhundert ins Exil geschickt wurde, als die Franzosen in Madagaskar einmarschierten und die Insel kolonisierten.
Die geführte Tour durch den Palast ist sehr interessant und bietet einen guten Einblick in die Geschichte Madagaskars.
Nach dem Mittagessen im Hotel verlassen Sie die Stadt in Richtung einer der berühmtesten Nationalparks Madagaskars, dem Andasibe-Mantadia Nationalpark.
Selbst in der Nähe des Zentrums von Tana können Sie bereits Reisfelder und Zebu-Rinder mit ihrem charakteristischen Buckel sehen. Wenn Sie sich der Region Alaotra-Mangor nähern, werden die Berge höher, die Wälder dichter und hier und dort können Sie einen Fluss am Boden der Täler erspähen.
Am Nachmittag erreichen Sie den Andasibe-Mantadia Nationalpark, wo Sie für die nächsten drei Nächte in Ihrem Hotel einchecken.
Die Grundlage für den Nationalpark wurde 1970 von den Franzosen gelegt. Sie gründeten das Spezial-Reservat Analamazoatra, um den Wald und die einzigartige Artenvielfalt der Region zu erhalten. Im Jahr 1989 wurde der Mantadia Nationalpark neben dem Reservat errichtet, und zusammen heißen die beiden Gebiete heute Andasibe-Mantadia Nationalpark.
Bereits nach dem Sonnenuntergang erwartet Sie die erste geführte Wanderung, bei der Sie nach den nachtaktiven Lemuren Ausschau halten können. Insbesondere die seltenen Mauslemuren stehen im Mittelpunkt dieser Wanderung. Es sind winzige Lebewesen – von der Größe einer kleinen Maus – und sie springen schnell und elegant zwischen den Ästen der Bäume umher, als wären sie Eichhörnchen. Es ist kein Wunder, dass eine der Arten, der Goodman-Mausmaki, erst im Jahr 2005 entdeckt wurde! Halten Sie auch Ausschau nach Stabheuschrecken, Fröschen und Chamäleons.