Heute setzt sich Ihre Reise fort: Sie verlassen Ouarzazate und machen sich auf den Weg nach Merzouga.
Direkt außerhalb von Ouarzazate durchqueren Sie ein Gebiet, das Marokkos Engagement für erneuerbare Energien eindrucksvoll widerspiegelt. Auch wenn Sie die Anlage selbst nicht zu Gesicht bekommen, sind die vielen Strommasten, die plötzlich aus der sonst kahlen Landschaft emporragen, ein untrügliches Zeichen dafür, dass Sie sich in der Nähe des Noor-Ouarzazate-Solarkraftwerks befinden – eines der größten der Welt. Die meterhohen Masten wirken fast surreal vor dem staubigen Boden und dem goldenen Sand.
Von hier aus setzen Sie Ihre Reise durch eine faszinierende Landschaft aus schroffen Felsen und imposanten Steinformationen fort. Dann, völlig unvermittelt, ändert sich die Szenerie: Mitten in der kargen Wildnis erwacht eine Oase zum Leben. Am Talboden breiten sich üppige Palmen, fruchtbare Ackerflächen und Bewässerungskanäle vor Ihren Augen aus. Die erste Oase, der Sie begegnen, ist Skoura, wo zwischen hoch aufragenden Palmen alte Kasbahs und Lehmhäuser verstreut liegen.
Ein Stück weiter östlich liegt Kelaat M’Gouna, auch bekannt als die Stadt der Rosen. Hier erstrecken sich Felder mit Damaszenerrosen über die Landschaft. Die Blüten werden in kleinen, lokalen Genossenschaften zu Rosenwasser, Parfüm und ätherischen Ölen verarbeitet.
Ihre Reise führt Sie anschließend in Richtung Dades und ins weite Dades-Tal. Dort entfaltet das Tal seine volle Pracht – der Fluss schlängelt sich deutlich sichtbar durch die Landschaft, während Palmen und Felder ein markantes grünes Band zwischen Stein und Sand bilden.
Die Straße führt Sie direkt durch das Dades-Tal und eröffnet Ihnen weite Blicke über Felder und Gruppen wiegender Palmen, während über allem beeindruckende Klippen thronen. Alte Kasbahs, wie kleine Juwelen, sind über die Felder verteilt und unterstreichen den faszinierenden Kontrast zwischen dem fruchtbaren Talgrund und den rauen Felsen ringsum.
Wenn Sie sich Tinghir nähern, verengt sich das Tal und der Fluss verschwindet beinahe zwischen steil aufragenden Felswänden. Hier öffnet sich die Todra-Schlucht, und die Straße schlängelt sich am schmalen Talboden entlang, den die Sonne nur wenige Stunden am Tag erreicht. Sie verlassen dort Ihr Fahrzeug und gehen das letzte Stück zu Fuß direkt ins Herz der Schlucht. Der klare Fluss folgt dem Straßenverlauf, und an warmen Tagen ist es besonders verlockend, die Füße ins erfrischende Wasser zu halten.
Weiter östlich wird das Tal breiter und die üppige Vegetation lichtet sich zunehmend. Hier spüren Sie deutlich, wie die Sahara allmählich das Landschaftsbild übernimmt. Sand wird zum prägenden Element, und diese Gegend ist bekannt für ihre Fossilienfunde sowie die traditionellen Steingebäude.
Je näher Sie Merzouga kommen, desto mehr entfaltet sich die Wüste in ihrer vollen Pracht. Palmen und Oasen verschwinden gänzlich und Sanddünen beginnen, sich am Horizont abzuzeichnen. Schließlich stehen Sie vor den gewaltigen Dünen des Erg Chebbi: mächtige, sanft geschwungene Sandberge, die im Sonnenuntergang goldorange leuchten und mit ihren weichen Konturen unverkennbar sind.
Dort steigen Sie für eine Weile auf ein anderes Fahrzeug um. Für die Fahrt zum heutigen Camp brauchen Sie einen robusten Geländewagen. Seien Sie gespannt! Die Tour durch die Dünen ist zwar nicht lang, sorgt aber garantiert für einen kleinen Adrenalinkick.
Sie übernachten in einem Wüstencamp unter einem funkelnden Sternenhimmel – und mitten in den Sanddünen der Sahara.